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Die Bettlerkinder
von Koppa
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| Eine NAMO' Erfolgsgeschichte | |
Projektleitung vor Ort: Shammi David, Namo (India) Trust, Kushalnagar |
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Vor
Beginn des NAMO' Koppa-Projekts im Jahr 1999 präsentierte
sich
die Situation wie folgt:
In der Rag-Picker-Kolonie lebten etwa 104 Familien. Einige von ihnen wohnten in einfachen Häusern, welche von der Lokalregierung finanziert wurden (ein Raum, ein Ziegeldach, ein Fenster, eine Tür). 40 Familien hausten jedoch noch immer in kleinen Hütten, welche aus Plastikblachen und Abfallmaterialien gebastelt wurden. Die gesamte Community lebte in grosser Armut. Die hygienischen Bedingungen waren gesundheitsschädigend, es gab keine Toiletten und kein sauberes Wasser. Krankheiten grassierten. Laut Shammi David, der NAMO' Projektleiterin vor Ort, war der allgemeine Gesundheitszustand besonders bei Frauen und Kindern aufgrund von Mangelernährung alarmierend. Die gesamte ältere Generation bestand und besteht auch heute noch aus Analphabeten, bis auf Herrn Dharma, dem Chef der Community, der sich seine Bildung autodidaktisch angeeignet hatte. Neben gelegentlichen Taglöhnerarbeiten in Strassenunterhalt und Landwirtschaft gingen die Erwachsenen, meistens die Frauen, dem Betteln und Plastiksammeln als Erwerbstätigkeit nach. Vor 1999 gab es kein einziges Kind der Community, das eine Schulbildung abgeschlossen hatte.
Im Oktober 1998 hat Shammi David, Geschäftsführerin von Namo
(India) Trust im
Auftrag
von NAMO' Interkulturelle Projekte eine Situationsanalyse der
Rag-Pickers in
Koppa erstellt. In ihrem Bericht hielt sie fest, dass 1998
ca.
90 Kinder
im Schulalter in der Rag-Picker Community lebten.
Nur 40 von ihnen besuchten die nahegelegene Milinda-Schule, die meisten
von ihnen eher sporadisch und nur für kurze Zeit, denn für
die Eltern
bedeutete der Schulbesuch ihrer Kinder, dass sie ihnen täglich ein
Mittagessen sowie
Schuluniform und Bücher
berappen mussten. Die meisten Eltern konnten sich dies mit ihrem
minimalen Einkommen eigentlich gar nicht leisten
und so wurden die Kinder meist noch vor Abschluss der Primarstufe aus
der
Schule genommen, um mit Betteln und Plastiksammeln zum
Familieneinkommen beizutragen. Ausserdem waren 1998 mindestens
20
Kinder Vollwaisen und auf ein eigenes Einkommen durch Betteln und
die Hilfe anderer
Communitymitglieder
angewiesen.
Shammi David hat die Empfehlung abgegeben, für die Entwicklung dieser Menschen in erster Linie Bildung auf allen Ebenen zu betreiben, damit langsam eine Veränderung in ihrem Leben herbeigeführt werden könne. Besonders für die Kinder sei es wichtig, eine Schulbildung abzuschliessen. Damit würde sich die Community, wenn nicht im Leben der Eltern, wenigstens in der Lebensspanne ihrer Kinder soweit entwickeln, dass alle Angehörigen ein menschenwürdiges Leben führen können.
1999 begann das NAMO' Koppa-Projekt.
Seit einigen Jahren hat die Community auch wieder vermehrt zu ihren Wurzeln zurückgefunden. Dank einem Kredit aus einem andern NAMO' Projekt konnte sie zwei grössere künstlich angelegte Weiher pachten und betreibt seither eine erfolgreiche Fischzucht.
Ein Teil der Kredite und Darlehen, die durch NAMO' gesprochen worden sind, sind schon zurückbezahlt worden. Das Geld wird in Form von weiteren Krediten für weitere Unternehmungen dieser dynamischen kleinen Community verwendet.

Ich glaube, dass wir deshalb so erfolgreich waren, weil wir mithalfen, die eigenen Ideen der Communitymitglieder zu verwirklichen. Das hiess manchmal, dass wir uns von unseren Vorstellungen, wie die Dinge laufen sollten, verabschieden mussten, was nicht immer leicht war. Es hat sich jedoch gelohnt. Der Dank geht an unsere Gönnerinnen und Gönner, die uns mit grossen und kleinen Beiträgen ermöglichten, diese Arbeit zu leisten, und an Shammi David. Ohne ihren unermüdlichen Einsatz und ohne ihre diplomatische Art würden wir alle heute nicht mit Stolz auf diese Jahre zurückblicken.
Ursa Vogel,
Mai 2006
Fotos: Christian d'Heureuse, Roy David, Ursa Vogel
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